Timo Doblinski / AresLPs

SelbstständigkeitTwitchTV AresLPs / Streamer InfluencerThema: Digitale Gewalt

Mein Name ist Timo Doblinski (31), geboren am 24.03.1988 in Lübeck Schleswig-Holstein. Bildungsabschluss der Sekundarstufe II (Fachhochschulreife), Bundeswehr 4 Jahre (SAZ4), Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann, Fort-/Weiterbildung zum Personaltrainer/A-Lizenz/Fitnesstrainer, Selbstständigkeit im Bereich Streaming / Videoeditor / Entertainer (Influencer).

Nach meinem Abschluss der Fachhochschulreife wollte ich gerne irgendetwas berufliches machen, um Menschen zu helfen. Direkt fiel mir der Beruf des Lehrers/Erziehers etc. ein. Ich zog dennoch die Erfahrung und Neugierde bzgl. Bundeswehr vor. Zuerst durchschritt ich den GWDL-Status (Grundwehrdienstleistender), danach erweiterte ich auf FWDL und zuletzt auf SAZ4. Während dieser Zeit lernte ich viel im Bereich Kameradschaft, Teamfähigkeit, Gehorsamkeit, Zielstrebigkeit, Stress, Belastbarkeit, meine psychischen sowie physischen Grenzen uvm. kennen. Ich bin überaus dankbar diese Zeit durchlebt zu haben. Ein Teil davon prägte mich sogar fürs Leben.

In meiner Freizeit verbrachte ich immer wieder mal viel Zeit beim Sport oder am PC. Ich bin mit Sport & PC groß geworden. Seit meinem 5ten Lebensjahr wurde ich durch meinem Vater an den PC gebracht. Körperliche Belastung und seelische Entlastung gab es beim Fußball/Leichtathlethik. Meine Kindheit wurde mit allerlei Liebe, Kreativität, Erziehung und viel Aufmerksamkeit geprägt. Dafür bin ich sehr dankbar.

Ich bin ein Einzelkind und Scheidungskind.

Meine richtige „eigene“ Zeit begann ab meinem ungefähr 18ten Lebensjahr.

In der Onlinewelt (das Feld der Anonymität) hieß ich Anfangs „Silver“. Ein Name gewählt nach einem ehemaligem Lieblingsspiel von mir. Leider war der Name Silver immer wieder sehr schnell vergeben, sobald man irgendwo seinen Namen eintragen konnte.
Ein ehemaliger Freund von mir, hatte des öfteren Namen jeglicher Gottheiten mit Namensveränderungen gewählt. Dem schloss ich mich ebenso an.
Es gab mal eine World of Warcraft – Hochphase bei mir und ich wandte kreativ meinen Namen „Ares“ an. Der Name Ares verkörpert das „Verderben“, das „Massaker“, die „Blutlust“ oder sonst irgendwelche aggressiven Wörter. Für mich war dennoch im Fokus, dass die Figur rein optisch einfach zu meiner InGameFigur passte. Ebenso gefiel es mir,dass „Ares“ keine Angst verspürte und sich einfach ins Getümmel warf. Er hatte keine Angst und ihn zog das Geplänkel regelrecht an. Lustigerweise entwickelte ich immer mehr eine Bindung zu dieser Figur und es stärkte mich persönlich noch mehr. Wie schon erwähnt wandte ich mich von jeglichen Aggressionen ab, aber sah mich dennoch als ein furchtloser „Einschreiter“(Helfer), ein stützender Freund, ein treuer Gefährte, ein guter Freund, ein Mensch – auf den man sich verlassen kann.

Es gab in meinem Leben immer wieder mal ein Hoch oder Tief, aber am 21.Juli 2011 veränderte sich mein Leben vom Leben völlig. Ich wurde am helligten Tag in der Lübecker Innenstadt angegriffen als ich sah, wie 3 Leute mein Fahrrad stehlen wollten. Ich war in einer schweren körperlichen Auseinandersetzung verwickelt. Zum Glück wusste ich, wie ich mich zu verteidigen habe. Die 3 Langfinger in die Flucht geschlagen, aber dennoch mit Schnittwunden, Quetschungen, Prellungen u teils mit Blut verschmiert stand ich einfach da. Schockiert und geradeso stehend. Ich sah mich um und realisierte,dass ich während der körperlichen Auseinandersetzung nur beäugt oder gefilmt wurde. Niemand der Passanten kam mir zur Hilfe. Im Gegenteil, sich wandten sich von mir ab. Sahen in mir eine Art „Raufbold“/“dreckiger Assozialer“. Die Blicke/Gesichter und auch das „nur starren und wieder abwenden“ brannte sich in mein Kopf und Leben ein. Wieso wurde mir nicht geholfen? Wieso haben Leute Angst? Was habe „ich“ falsch gemacht, dass Leute sich während meines nach Hauseweges im großen Bogen abwandten? Ich hatte keine klare Antwort drauf. Immer wieder stellte ich mir die Frage, was wäre,wenn der Bolzenschneider, den ich zum Glück rechtzeitig von meinem Kopf abwehrte, doch aufm dem Kopf gelandet wäre!? Je mehr ich drüber nachdachte, entwickelte ich eine immer engere Bindung zu dem Kerngedanken,dass ich niemals so sein will,wie die,die mir nicht helfen wollten.

Über die Jahre wurde mir immer mehr bewusst, wer ich bin oder sein möchte. Egal ob Timo oder Ares. Ich blicke nicht zurück, auf mich ist Verlass, ich helfe, ich bin da, wer Hilfe benötigt, bekommt sie – das ist eines meiner Antriebe im Leben. Und heute als Streamer auf der Platform TwitchTV, bin ich jemand, der einseits mit Computerspielen unterhält und Leute im Internet Respekt vermittelt, gegen Aggressionen/Wut/Mobbing/Sexismus/Homophobie/Rassismus usw. ist.

Auf der Platform www.twitch.tv bin ich als Hauptberuflich als Streamer anzutreffen. Täglich streame ich 2 mal am Tag. Eine Einheit beinhaltet ca. 4-8 Stunden. Somit komme ich auf ca 8-16 Stunden.

Mein Kontent besteht darin, dass ich ein bestimmtes Videospiel Namens „League of Legends“ spiele. In diesem taktischen Actionspiel, gibt es viele Faktoren die zu berücksichtigen sind. Gerade neue Leute, die das Spiel lernen wollen, haben es sehr schwer, überhaupt Langzeitmotivation aufzubauen. Da komme ich ins Spiel. Ich bin jemand, der wie eine Art Coach / Herr Tutorial agiert. Ich spiele dieses Spiel schon seit dem es veröffentlich wurde. Mein Wissen will ich teilen und Leuten helfen, die nicht vorankommen im Spiel.

Jetzt kommt der wirklich wichtige Aspekt des Streamings. Ich übertrage das Spiel, man kann mich live sehen und meine Zuschauer können live im Chat mit mir kommunizieren. Des öfteren bekomme ich nicht nur Fragen/Antworten/Sätze bzgl. des Gameplays geschrieben, sondern auch vieles zum Leben. Man könnte also sagen, man wäre gefühlt wie eine Art Entertainer, Coach, Berater, Freund, Anonymer Mensch, Erzieher, Clown, Profispieler, Vorbild und Ziel für jegliche „Entladung“.

Man muss sehr aufpassen, wie man als Streamer arbeitete und wen oder was man an sich lässt. Täglich gibt es neue Erfahrungen und Sachen zu entdecken/lernen. Für andere und ebenso wie für mich.

Von Jahr zu Jahr erscheint es so, als würde es an Angst, Ignoranz, Aggressionen, Terror, mangelnde Erziehung, niedriger Bildungsstand, Rassismus zunehmen. Und dies sind nur wenige Dinge, denen ich entgegenwirken möchte – gerade als Person des öffentlichen Lebens!

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